Therapeutische Haltung, Werte und Ziele

Es ist mein Anliegen, in einer mitmenschlichen therapeutischen Beziehung ein unterstützendes, heilungsförderndes Feld zu schaffen, in dem Selbstbesinnung, Heilung und Entwicklung möglich sind. Dazu unterstütze ich das umfassende Erleben der eigenen subjektiven Einheit von Körper, Seele und Geist sowie der äußeren Realität und eine Versöhnung mit dem eigenen So-Sein, als Voraussetzung für selbstbestimmte Veränderung. Mir geht es um die Entfaltung und Stärkung eigener Fähigkeiten und Bewältigungsmöglichkeiten, um die Förderung einer selbstverantwortlichen Lebensgestaltung und einer guten Beziehung zu sich selbst ebenso wie zu anderen.

Ziel meiner Arbeit ist es, einerseits die Wahrnehmung und den Schutz der eigenen Grenzen und die Vertretung und Umsetzung eigener Anliegen zu unterstützen, andererseits zu einer zunehmenden Öffnung für die Erscheinungen des Lebens und des Lebendigseins zu ermutigen, in der Leichtes und Schweres, Angenehmes und Unangenehmes immer mehr wahrgenommen, beantwortet, bewältigt und integriert werden können. In diesem Sinne kann eine umfassendere Art von lebendiger Kraft, Glück und Sinn erlebbar werden.

Dabei fließen unterschiedliche therapeutische Methoden in mein Handeln ein.

Tiefenpsychologisch fundierte Therapie

Diese Therapiemethode basiert auf der Annahme, dass die heutigen Symptome und Probleme Ausdruck unbewusst weiter wirkender Konflikte und Traumatisierungen vor allem aus der Kindheit sind. Wenn ein Kind schwere und / oder anhaltende Konflikte und Traumatisierungen nicht verarbeiten und keine ausreichenden Lösungen erleben kann, müssen stattdessen (aufgrund der kindlichen Abhängigkeit) kompromisshafte unbewusste Arrangements gefunden werden, um mit den gegebenen Bedingungen zurechtzukommen. Diese können aber die Erlebens-, Verhaltens- und Beziehungsmöglichkeiten erheblich einschränken und sich als Muster nachhaltig verfestigen. Diese Notlösungen können später unter besonderem Druck und Bedingungen, die an die ursprüngliche, unbewusste Problematik erinnern, zu Symptomen und Problemen führen. Im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht deshalb die Suche nach Zusammenhängen zwischen der aktuellen Symptomatik, den auslösenden Bedingungen und entsprechenden früheren Erfahrungen, die zu der kompromisshaften, einschränkenden innerseelischen Verarbeitung geführt haben. Gefühle und Symptome, die heute unverständlich oder unverhältnismäßig erscheinen mögen, können durch das Erkennen solcher lebensgeschichtlicher Zusammenhänge verständlicher werden. Gefühle und Bedürfnisse, die früher verdrängt werden mussten, können jetzt in einer guten und sicheren therapeutischen Beziehung zunehmend wahrgenommen, zugelassen, ausgedrückt und verarbeitet werden. Unbewusst erworbene Muster und Vorstellungen, die heute nicht mehr hilfreich und unangemessen sind, können erkannt, überprüft und den heutigen eigenen Erkenntnissen, Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst werden. So können mit therapeutischer Unterstützung und den heutigen eigenen erwachsenen Potentialen zunehmend alte Ängste und Einschränkungen aufgelöst werden, bisher als zu bedrohlich erlebte und verdrängte Gefühle wahrgenommen, verstanden, integriert und ausgedrückt werden, das Erlittene betrauert werden und offenere, flexiblere und an die heutige Lebenssituation angepasste Wahrnehmungs-, Deutungs- und Verhaltensmöglichkeiten entwickelt werden.

Gestalttherapie

In der Gestalttherapie wird der Mensch als Einheit von Geist, Seele und Körper betrachtet, die sich in einem beständig fließenden Prozess von Aktivität und Austausch mit der Umwelt befindet. Die Aufmerksamkeit in der Therapie wird zunächst auf all das gerichtet, was sich im Hier und Jetzt der therapeutischen Situation zeigt. Diese sogenannte Gestalt kann aber nur vor dem Hintergrund der aktuellen Lebenssituation und vergangener Erfahrungen richtig verstanden werden. In der Therapie wird also von dem aktuellen Geschehen in der Sitzung ausgegangen, wobei der/die KlientIn durch Nachfragen, Rückmeldung und gemeinsame Erforschung darin unterstützt wird, sich auch der Aspekte bewusst zu werden, die sie/er selbst bisher nicht bewusst wahrnimmt. Unterdrückte, verdrängte, angst-, scham- oder schuldbesetzte Gefühle und (Ausdrucks-) Verhalten können in der geschützten therapeutischen Situation dem Erleben wieder zugänglich und im lebensgeschichtlichen Zusammenhang verstehbar gemacht und aufgearbeitet werden. Dadurch können sie in das Selbstbild integriert werden und ihre unbewusste, störende Wirkung verlieren. In der Therapie können Wege gefunden werden, sich von Erlebens- und Verhaltensmustern zu verabschieden, die zwar ursprünglich (Kompromiss-)Lösungen waren, jetzt aber als belastend und einschränkend erlebt werden. So können neue, zuträglichere Verhaltensmuter entwickelt und erprobt werden. Dabei ist das Paradoxe der therapeutischen Veränderung, dass durch die Wahrnehmung und Anerkennung der bisherigen Lösungen und ihrer Wirkungen der eigene Impuls zur Veränderung erwachsen kann. Ziel der Therapie ist die Überwindung von Einschränkungen und Blockierungen und die Erweiterung der Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten. Klassische Techniken der Gestalttherapie sind zum Beispiel sogenannte Experimente, in denen das eigene Erleben geklärt und ausgedrückt oder neue Verhaltensweisen ausprobiert werden können, sowie Rollenspieldialoge (mit aktuellen oder früheren Beziehungspartnern bzw. zwischen widersprüchlichen eigenen inneren Anteilen), in denen beide Konfliktseiten ausreichend wahrgenommen, verstanden und konstruktive Lösungen entwickelt werden können.

Körpertherapie

In der körpertherapeutischen Arbeit wird die Aufmerksamkeit besonders auf das körperliche Erleben und den körperlichen Ausdruck gerichtet. Besonders bei psychosomatischen Erkrankungen und Symptomen oder bei sehr „verkopften“ Menschen, die allein über Sprache nur schwer Zugang zum emotionalen Kern ihrer Probleme finden, ist Körpertherapie hilfreich. So kann z.B. erforscht werden, wo und wie genau etwas im Körper gefühlt wird und die seelische Bedeutung der Gefühle genauer geklärt werden. Durch Atemarbeit kann der Zugang zu Gefühlen unterstützt werden. Unbewusste Vorgänge können wieder erlebbar und verstehbar gemacht werden. In der Therapie werden z.B. sprachliche Formulierungen mit Körperbezug („ich drehe mich im Kreis“, „ich fühle mich unter Druck“, „mir sitzt etwas im Nacken“) oder (unbewusste) Gesten, Mimik, Haltungen und Atemmuster aufgegriffen und ihre genauen Bedeutungen gemeinsam erforscht. Der mimische, körperliche und sprachliche Ausdruck von Gefühlen wird gefördert und in Experimenten können neue Verhaltensweisen ausprobiert werden. Schließlich können durch Berührungen und Bewegungen (nur mit Einwilligung der/des KlientIn) unbewusste, im Körper gespeicherte frühere, selbst vorsprachliche frühkindliche Erlebnisse, Gefühle und Blockierungen angesprochen und dem Erleben, dem Ausdruck und der Verarbeitung wieder zugänglich gemacht und Halt, Unterstützung und Trost gegeben werden.

Imaginative Traumatherapie (PITT)

In der Therapie mit heilsamen Imaginationen (PITT nach Dr. Luise Reddemann) werden in der Vorstellung z.B. ein sicherer innerer Ort, Helferfiguren, ideale Eltern und andere heilsame Imaginationen entwickelt, die innere Erfahrungen von Schutz, Geborgenheit, Fürsorge und Unterstützung ermöglichen, wie sie vielleicht in der realen Lebensgeschichte gefehlt haben. Durch die Entwicklung neuer hilfreicher innerer Bilder und Botschaften können real erlebte Belastungen entkräftet und verarbeitet werden. Diese Imaginationen sind mit einiger Übung jederzeit verfügbar und stellen so eine wichtige, von anderen unabhängige innere Selbsthilfemöglichkeit zur Beruhigung, Stabilisierung und Lösungsorientierung bereit. Sie dienen nicht als Ersatz, sondern als Bewältigungshilfe für die Realität. Weiter werden zur Bearbeitung besonders belastender, traumatischer Erlebnisse spezielle Imaginationstechniken erarbeitet, die eine detaillierte Wahrnehmung und Verarbeitung aller wirksamen Erlebnisinhalte erlauben und zugleich genügend emotionalen Abstand zu dem Erlebten ermöglichen, so dass erneute übergroße emotionale Belastungen in der Therapie vermieden werden können.